In den vergangenen Monaten hat TIWAG das Projekt aktualisiert und am 31. März 2025 bei der Behörde zur Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht. Der Pumpspeicher Versetz ist aber nicht nur ein wichtiges Projekt für die Energiewende, sondern hat auch positive Effekte für den Wirtschaftsstandort Tirol und den Arbeitsmarkt.
Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist das strengste Prüfungs- und Genehmigungsverfahren für Infrastruktur- und Bauvorhaben in Österreich. Eine UVP erfolgt durch die zuständige Behörde. Für den Pumpspeicher Versetz ist dies das Amt der Tiroler Landesregierung. Die Beurteilung erfolgt durch neutrale PrüfgutachterInnen, die das Vorhaben objektiv in all seinen Aspekten prüfen. Ist das Vorhaben umweltverträglich, dann wird es von der Behörde genehmigt und – sofern es keine Einsprüche an Verwaltungsgerichte gibt – kann es umgesetzt werden.
Öffentlichkeit wird eingebunden
Für die Vorlage bei der Behörde hat TIWAG rund 440 Pläne erstellt, die Fachbeiträge umfassen ca. 9.000 Seiten. In den kommenden Monaten erfolgt die Vollständigkeitsprüfung durch die Behörde. Dann gibt es mehrere gesetzlich vorgegebene Schritte im Verfahren, bei denen die Öffentlichkeit eingebunden wird. Erster Schritt ist die öffentliche Auflage der Einreichunterlagen für das Vorhaben – online auf der Homepage der UVP-Behörde sowie in Papierform bei der UVP-Behörde und in den Standortgemeinden. Jede und jeder kann während der mindestens sechswöchigen öffentlichen Auflage eine Stellungnahme zum Vorhaben abgeben. Das von den Sachverständigen der UVP-Behörde erstellte Umweltverträglichkeitsgutachten wird ebenfalls öffentlich aufgelegt. Schließlich haben Personen, die als Partei anerkannt sind, auch in der mündlichen Verhandlung die Gelegenheit, ihre Anliegen vorzutragen. Sie können Fragen stellen sowie ihre Anliegen und Einwendungen vortragen. Ein rechtskräftiger Bescheid wird bis 2029 angestrebt. Die Umsetzung soll von 2029 bis 2034 erfolgen.
Transparenz und Information in der Region
„Die Umweltverträglichkeitsprüfung garantiert, dass der Pumpspeicher Versetz unabhängig und genauestens geprüft wird und alle Beteiligten im Verfahren Stellung nehmen können. Darüber hinaus ist es uns wichtig, auch auf anderen Kanälen transparent und aus erster Hand über das Vorhaben zu informieren und auf die Fragen der Menschen in der Region einzugehen – von ökologischen Themen bis zur Speichersicherheit“, betont TIWAG-Bauvorstand Alexander Speckle. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es bei den Infomärkten zum Pumpspeicher Versetz am 10. April in Landeck und am 25. April in Imst.
Zukunftsorientierte Technologie: Blauer Akku für grüne Energie
Der neue Pumpspeicher Versetz mit dem Speicher Platzertal ist das Herzstück der Erweiterung Kaunertal und ist so konzipiert, dass er mit seiner Leistung und Speicherkapazität rund 160 Stunden lang volle Energie liefern kann. Der Speicher Platzertal mit 42 Mio. m³ Wasser ermöglicht es, das Pumpspeicherkraftwerk Versetz mit seiner hohen Leistung von rund 400 MW auch über längere Zeit durchgängig entweder im Pump- oder im Turbinenbetrieb zu betreiben. Es kann also sowohl Strom speichern als auch Strom erzeugen.
Die EU-Kommission hat den Pumpspeicher Versetz als Projekt gemeinsamen europäischen Interesses (PCI) eingestuft. Diese Projekte sind von übergeordneter Bedeutung für die Erreichung der europäischen Klimaziele und liegen im höchsten öffentlichen Interesse, sodass eine Energiewende gelingen kann.
„Aus technischer Sicht gibt es derzeit und auch in naher Zukunft keine bessere Technologie oder Alternative für die Speicherung von großen Energiemengen über längere Perioden als Pumpspeicherkraftwerke. Darüber hinaus leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Netzes und damit zur sicheren Stromversorgung“, erläutert Speckle.
Mehrwert für Wirtschaftsstandort und Arbeitsmarkt in Tirol
Der Pumpspeicher Versetz ist aber nicht nur ein wichtiges Projekt für die Energiewende, sondern hat auch positive Effekte für den Standort Tirol. Das Investitionsvolumen beträgt ca. 1,6 Milliarden Euro. Insgesamt ergibt sich dadurch eine voraussichtliche Wertschöpfung von 938 Millionen Euro für Tirol – 409 Millionen Euro davon bei den Auftragnehmern, 452 bei den direkten und indirekten Zulieferern in Tirol sowie 77 Millionen Euro durch den zusätzlichen Konsum während der Bauarbeiten.
Die Investitionen in den Pumpspeicher Versetz bringen außerdem deutliche Impulse für den Arbeitsmarkt in Tirol sowie vor Ort durch die Baustelle selbst bis zu den Zulieferunternehmen.
Im Bild: Bauvorstand Alexander Speckle und Abteilungsleiter Johann Neuner informierten über die Einreichung. (TIWAG/Vandory)